Alles muss man selber machen – Energielieferanten zur Zählerablesung verpflichtet

Energielieferant Zählerablesung Zähler ablesen
Energieversorgungsunternehmen muss Sorge tragen, dass der Zähler abgelesen wird
Wer kennt Sie nicht, die kleinen Postkarten die jährlich vom Energieunternehmen versandt werden, mit der Aufforderung den Zählerstand abzulesen. Was passiert, wenn ein Kunde dieser Bitte nicht nachkommt, wurde in einem Fall vor dem Landgericht Kleve (Az.: 5 S 185/06) entschieden.

Zum Sachverhalt: Eine Frau aus Kleve weigerte sich der Aufforderung des Energieversorgungsunternehmens nachzukommen ihren Zähler doch selbst abzulesen. Prompt wurde Ihr Verbrauch stattdessen geschätzt. Dies ist nicht zulässig, urteilte das Gericht. Grundsätzlich haben Energieversorgungsunternehmen die Pflicht zur Ablesung. Dazu wird Ihnen ein Zutrittsrecht zu den Räumlichkeiten eingeräumt, in denen sich der Zähler befindet.

Nur in Fällen, in denen der Zutritt verweigert wird, ist eine Schätzung des Zählerstandes bzw. des Verbrauchs zulässig. Ansonsten muss das Energieversorgungsunternehmen dafür Sorge tragen, dass der Zähler abgelesen wird. Beispielsweise durch die Beauftragung Dritter oder, sollte der Zugang vehement verweigert werden, durch Klage auf Zugang zur Räumlichkeit. Zwar ist in der Praxis die Selbstablesung zulässig und auch gängig, aber eine Schätzung des Verbrauches bei Nichterfolgen rechtfertigt diese nicht. Die Kundin aus Kleve verweigerte zu keinem Zeitpunkt den Zugang zum Zähler, sie folgte lediglich nicht der Aufforderung den Zähler selbst abzulesen. Der Tatbestand der Zugangsverweigerung, und damit die Rechtfertigung zur Schätzung des Zählerstandes lag demnach nicht vor. Das Ignorieren der Postkärtchen rechtfertigt demnach nicht zu einer (nachteiligen) Schätzung des Zählerstandes. Für einen reibungslosen Ablauf und der besseren Kontrolle des tatsächlichen Verbrauchs, sei aber angeraten der Bitte des Energielieferanten nachzukommen.