Anspruch auf Erbausgleich für Pflegeleistungen?

Anspruch Erbausgleich Pflegeleistungen
Ausgleichsregelung gilt nur für Kinder, Enkel und Urenkel
Vom Pflegenotstand in Deutschland hören wir immer wieder in den Nachrichten. Mit der Erbrechtsreform hat der Gesetzgeber versucht, Abkömmlinge des Erblassers zur häuslichen Pflege zu motivieren und den Anspruch auf Erbausgleich für geleistete Pflege ausgeweitet. Doch nicht alle gesetzlichen Erben profitieren hiervon. Der Erbausgleich nach § 2057 a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) bewirkt, dass zunächst die Pflegeleistungen an den pflegenden Abkömmling vergütet werden. Erst nach Abzug wird der Nachlass entsprechend der Anteile aufgeteilt. Bisher wurde der erbrechtliche Ausgleichsanspruch nur dann zugebilligt, wenn der Erbe für die Pflege seinen eigenen Beruf aufgegeben und damit auf ein Einkommen verzichtet hatte.

War der Erbe, der die Pflegeleistung erbrachte bereits vorher nicht berufstätig bzw. schon in Rente, ging er daher leer aus. Dies ist nun anders. Es werden Pflegeleistungen auch dann honoriert, wenn der Erbe eben nicht auf anderweitige Einnahmen verzichtet, um sich ganz der Pflege seines Angehörigen zu widmen. Die Bewertung der Leistungen orientiert sich an der gesetzlichen Pflegeversicherung. Doch Vorsicht: Diese Ausgleichsregelung gilt nach wie vor nur für Abkömmlinge, also Kinder oder Enkel bzw. Urenkel. Erbrechtlich nicht berücksichtigt werden daher etwa Pflegeleistungen von Geschwister, Neffen, Nichten oder Cousins etc.