Apparatemedizin? Nein, danke

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Apparatemedizin? Als Allround-Absicherung gilt die Vorsorgevollmacht

Es ist die Horrorvorstellung für jeden: ein langes Siechtum im Krankenhaus, versorgt von Schläuchen und Apparaten, ohne Aussicht auf Besserung. Intensivtherapie oder Behandlungsabbruch? Diese Entscheidung wollen viele gerne noch treffen, bevor sie in der Bewusstlosigkeit verdämmern.

Doch schon nach einem schweren Unfall kann es zu spät sein. Deshalb ist die Vorsorge für das, was im Notfall an Behandlungsmethoden zu erfolgen hat, eine Entscheidung, die man frühzeitig treffen muss. Mit der Reform des Betreuungsrechts gibt es eine Alternative zum gesetzlich bestellten Betreuer und zum Grundsatz, dass ein durch Apparatemedizin am Leben gehaltener Patient trotz eines etwa in einer Patientenverfügung geäußerten Willens nicht sterben darf, wenn dem nicht ein Vormundschaftsgericht zustimmt. Seitdem ist es möglich, eine Person zu bestimmen, die in medizinischen Behandlungsfragen im Sinne des Patienten entscheidet. Denn immer noch herrscht die falsche Ansicht vor, dass Ehegatten oder Familienangehörige Entscheidungsbefugnis hätten.

Tatsächlich haben sie lediglich Anspruch auf Information. Behandlungsrelevante Fragen dürfen nur von schriftlich bestellten Bevollmächtigen geklärt werden. Die Ärzte haben solchen Entscheidungen Folge zu leisten, als kämen sie direkt vom
Patienten. Umso wichtiger ist es, mit einer solchen Vollmacht nur wirklich vertrauenswürdige Personen zu betrauen, die zudem auch noch in die eigenen Vorstellungen und Wünsche eingeweiht sind, um tatsächlich im Falle der Entscheidungsunfähigkeit den Willen des Patienten erfüllen zu können. FORMBLITZ hat eine Reihe von Vollmachten entwickelt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen und Situationen Rechnung tragen:

Als Allround-Absicherung gilt die Vorsorgevollmacht, die für unterschiedliche Aufgabenbereiche gedacht ist: von den medizinischen Behandlungsmaßnahmen, Vermögens- und Bankfragen bis hin persönlichen Angelegenheiten wie der Wahl des Pflegeheims und der Vertretung in Rechtsgeschäften. Natürlich kann man die Aufgaben auch auf verschiedene Personen aufsplitten.

Die Nummer sicher ist die Betreuungsverfügung. Hier wird eine Person benannt, die Sie in allen gerichtlichen und außergerichtlichen Fragen vertreten soll, sofern Sie dazu selbst nicht mehr in der Lage sind. Doch anders als bei einer Vorsorgevollmacht muss diese Person erst noch vom Vormundschaftsgericht als gesetzlicher Betreuer bestellt werden. Der Nachteil ist, dass die Entscheidung des Vormundschaftsgerichts eine Zeit dauern kann. Der bestellte Betreuer wird dann aber vom Vormundschaftsgericht kontrolliert. Nur um den medizinischen Bereich geht es in der Patientenverfügung. In ihr können Sie explizit Wünsche über die Behandlungsmethoden, Palliativmedizin (Schmerzlinderung), Organspende etc. treffen. In der Patientenverfügung brauchen Sie auch keinen Bevollmächtigten zu benennen. Sie entscheiden selbst, was mit Ihnen im Notfall passieren soll.