Arbeitsverträge als Grundlage von Rechten und Pflichten am Arbeitsplatz

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Je mehr in einem Arbeitsvertrag enthalten ist, desto größer ist die Absicherung.

Ein Arbeitsvertrag regelt grundsätzlich Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers, die in einem Arbeitsverhältnis zueinander stehen. Prinzipiell ist ein solcher Arbeitsvertrag frei aushandelbar, doch gerade bei größeren Unternehmen sind Rücksichten auf Tarifverträge und/oder Dienstvereinbarungen zu nehmen. Die große Mehrzahl aller Arbeitsverträge in Deutschland wird schriftlich geschlossen, ein Arbeitsverhältnis kann allerdings auch dann wirksam werden, wenn eine mündliche Übereinstimmung erzielt wurde. Wichtig ist dabei zu wissen: Wenn der Arbeitgeber keinen schriftlich fixierten Vertrag aushändigt, muss er spätestens einen Monat nach Arbeitsbeginn die wesentlichen Inhalte und Bedingungen des Arbeitsverhältnisses schriftlich und unterschrieben dem Arbeitnehmer überreichen.

Arbeitnehmer verfügen des Öfteren über vorformulierte Standardverträge, die bei Bedarf in einzelnen Punkten geändert oder ergänzt werden können. Der Regelfall ist immer noch ein unbefristeter Arbeitsvertrag, seit einigen Jahren stellen immer mehr Unternehmen neue Mitarbeiter nur befristet ein. Auf diese Weise wird die Probezeit verdeckt verlängert oder die Anstellung ist mit einem terminlich begrenzten Projekt verbunden. Befristete Arbeitsverhältnisse von mehr als zwei Jahren sind ohne Sachgründe jedoch nicht gestattet.

Was sollte in einem Arbeitsvertrag stehen?

Je mehr in einem Arbeitsvertrag enthalten ist, desto größer ist die Absicherung. Das gilt natürlich für beide Vertragsparteien. Unerlässlich sind die Stellenbezeichnung bzw. Tätigkeitsbeschreibung, Beginn und mögliches Ende des Arbeitsverhältnisses, eine Probezeitregelung, die Vergütung der Arbeit (sind Urlaubs- und Weihnachtsgeld vertraglich geregelt?), Arbeitszeit und Arbeitsort, Urlaubsanspruch und Kündigungsfristen. Dass in einem Arbeitsvertrag steht, wer mit wem ein Arbeitsverhältnis beschließt, scheint trivial zu sein, ist aber im Streitfall von großer Bedeutung. Dies gilt vor allem für den Fall, dass der Arbeitgeber mehrere eigenständige Firmen besitzt.

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Weitere Inhalte eines Arbeitsvertrags sind nebenberufliche Tätigkeiten, Konkurrenzklauseln, die Verpflichtung zur Geheimhaltung von Arbeitsinterna (wer Betriebsgeheimnisse verrät, dem drohen Regresszahlungen!), Konkurrenzklauseln sowie die Bezahlung von Überstunden. Hierbei ist zu beachten, dass ohne vorherige schriftliche Übereinkunft kein Anspruch auf Bezahlung von Überstunden besteht. Außerdem muss man die Überstunden exakt nachweisen können und diese innerhalb von drei Monaten geltend machen.

Achten Sie auf die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns
Einen Arbeitsvertrag sollte man sich vor Leistung der Unterschrift sorgfältig und komplett durchlesen. Sind die mündlich vereinbarten Details niedergeschrieben worden? Bleiben Verständnisfragen? – Wenn ja, sind diese unbedingt mit dem Arbeitgeber abzuklären. Ist die Anzahl der Urlaubstage – bei vier Wochen Mindesturlaubsanspruch! – enthalten? Und schließlich: Seit dem Jahr 2015 sind Arbeitgeber zur Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von inzwischen 8,84 Euro brutto verpflichtet. Dieser Mindestlohn gilt allerdings für einige wenige Branchen nicht, unter anderem für die Land- und Forstwirtschaft und für den Gartenbau.