Auch Kinder haben ein Persönlichkeitsrecht

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Das Recht am eigenen Bild gilt auch für Kinder
Viele Eltern lassen die Allgemeinheit an der Entwicklung und den Fortschritten ihrer Kinder teilhaben. Die Geister scheiden sich bei der Frage, ob es klug ist die Bilder der eigenen Kinder auf Facebook zu posten oder auf anderen Internetseiten zu veröffentlichen. Unabhängig von pädagogischen oder moralischen Fragen, hat das Thema zusätzlich eine juristische Komponente. Prinzipiell darf sich jeder wehren, wenn Dritte Fotos gegen den eigenen Willen veröffentlichen. Fordert der Geschädigte Unterlassung, muss diesem Wunsch Folge geleistet werden. Wie sieht das innerhalb der Familie aus? Können sich Kinder gegen Eltern wehren?

Das allgemeine Persönlichkeitsrecht ist das absolute und umfassende Recht auf Achtung und Entfaltung der Persönlichkeit. Das Recht am eigenen Bild stellt ein besonderes Persönlichkeitsrecht dar und ist im Kunsturhebergesetz geregelt. Danach dürfen Bilder nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Das Persönlichkeitsrecht ist altersunabhängig. Deshalb haben auch Kinder ein Recht am eigenen Bild und die Eltern benötigen grundsätzlich die Einwilligung des Kindes. Sehr umstritten ist, ob es sich bei der Einwilligung um eine rechtsgeschäftliche Erklärung handelt. Dann müsste das Kind nämlich geschäftsfähig sein.

Ob Bilder im Netzt veröffentlich werden ist aber keine Frage der Geschäfts- sondern der Einsichtsfähigkeit. Es kommt deshalb auf die geistige Reife des Kindes an. Ist das Kind reif genug, um zu entscheiden ob Bilder von ihm veröffentlich werden sollen oder nicht, dürfen die Eltern diese Entscheidung nicht übergehen. Um der Angelegenheit gerecht zu werden, besteht eine Doppelzuständigkeit. Eltern dürfen Bilder deshalb nicht posten, wenn das Kind die Einsicht hat und dem widerspricht. Sie können dessen Entscheidung nicht einfach ersetzen. Ist das Kind noch minderjährig, dann kann es die Einwilligung aber nicht erteilen, wenn die Eltern dagegen sind.

Wann ein Kind die nötige Reife erlangt hat, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. In anderen Bereichen geht man in etwa von dem 14. Lebensjahr aus. Da Kinder aber auch schon sehr viel früher mit dem Internet betraut werden, kann die Einsichtsfähigkeit hinsichtlich des Rechts am eigenen Bild schon sehr viel früher gegeben sein.

Hat nur ein Elternteil das Sorgerecht, darf ein Bild des Kindes natürlich nur gepostet werden, wenn der Sorgeberechtigte zustimmt. Sobald das Kind die Bedeutung und Tragweite erkennt, kann es die Einwilligung ersetzen, aber bis dahin hat der Sorgeberechtigte Elternteil die Möglichkeit auf Entfernung bzw. Unterlassung zu klagen.

Auch wenn beide Elternteile sorgeberechtigt sind, kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Werden sich die Eltern im privaten nicht einig, bleibt nur der Weg vor das Familiengericht. Dieses ersetzt dann die Entscheidung der Eltern und entscheidet über die Veröffentlichung.