Gewährleistung von Matratzen: Schlechte Karten für Singles im Doppelbett

Doppelbett Schlafsituation Gewährleistung
Diagonales Liegen auf dem Bett, entspricht nicht der typischen Schlafsituation.

Wer keinen Partner hat und trotzdem ein großes Bett haben möchte, sollte sich vom Händler bescheinigen lassen, dass das gekaufte Bett von Singles genutzt werden darf.

2.000 Euro hatte ein Alleinstehender für ein sogenanntes Boxspringbett mit den Maßen 1,60 mal 2,00 Meter ausgegeben. Auf dem gefederten Untergestell lagen zwei Matratzen über denen sich noch ein durchgehender Matratzen-Topper befand. Der Single nutzte das Bett in der Folge für sich allein. Er schlief konsequent in der Mitte des Bettes. Die Folge: Bereits nach weniger als zwei Jahren bildete sich in der Mitte des Bettes eine unbequeme Kuhle. Dies bemängelte der Käufer beim Händler und forderte Gewährleistung. Der Händler argumentierte damit, dass das Bett ausdrücklich als Doppelbett ausgewiesen gewesen sei. Die Bauweise des Betts mache es erforderlich, dass jeder Schläfer auf seiner Matratze schläft und nicht mittig. Mithin habe der Käufer das Bett nicht bestimmungsgemäß genutzt und den Mangel selbst verschuldet.

Ein Werbeprospekt muss nicht unbedingt den vertragsgemäßen Gebrauch abbilden

Darauf hin wandte sich der Käufer an das Amtsgericht Mayen und verlangte die Rückabwicklung des Vertrages. Das Bett wurde im Zuge des Gerichtsverfahrens von einem Sachverständigen geprüft. Dieser konnte keinen Materialmangel feststellen. Die Richter wiesen die Klage ab. Dabei wollte es der Kläger jedoch nicht belassen und zog in die Berufung, vor das Landgericht Koblenz. Dort argumentierte er mit einem falschen Werbeversprechen des Herstellers. Auf dem Werbebild im Prospekt hatte sich eine Frau diagonal auf dem Bett geräkelt. Durch dieses Bild sei ihm als Käufer suggeriert worden, dass das Bett auch allein genutzt werden könne. Dem folgten die Richter am Landgericht nicht. Denn die Frau auf dem Bild habe sich nicht in einer typischen Schlafsituation befunden, sondern habe in einer Broschüre geblättert. Wer ein Doppelbett kauft, muss dieses auch entsprechend nutzen, so die Richter (Az. 6 S 92/18). Der Kläger blieb auf seinen Kosten sitzen.

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