Gewerbsmäßiger Handel mit Hunden?

Gewerbsmäßiger Handel Hunde
Gewerbsmäßiger Handel: Umfang der Weitergabe ist mitentscheidend

Ab wann ist der Verkauf von Hunden als gewerbsmäßig einzustufen? Mit dieser Frage hatte sich das Verwaltungsgericht Koblenz zu befassen. Der Beschluss erging am 07.09.2011. In der Hundehaltung der Antragstellerin waren bei Kontrollen durch das Veterinäramt neben eigenen Tieren bis zu 14 Hunde aus Slowenien, Kroatien und Rumänien gefunden worden. Nach diesen Funden wurde der Hundehalterin durch die Kreisverwaltung der gewerbsmäßige Hundehandel, insbesondere mit Tieren, die aus EG-Ländern eingeführt wurden, untersagt. Außerdem wurde sie aufgefordert, die importierten Hunde abzugeben.

Als Begründung gab die Kreisverwaltung an, dass die Tiere von der Antragstellerin im Rahmen ihrer Tätigkeit bei einer kroatischen Tierschutzorganisation gewerbsmäßig eingeführt worden sind.

Nachgewiesenermaßen hatte die Frau allein im Juli 2010 insgesamt 39 Hunde über ein Internetportal verkauft. Ihre Daten hatte sie dabei vollständig angegeben. Die Preise lagen jeweils zwischen 150 und 350 Euro. Die Frau reichte einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz ein. Begründend führte sie aus, dass sie keinen gewerblichen Hundeimport betreibe. Die Tiere kämen aus Tierheimen oder von Dritten, die die Hunde aus Tierschutzgründen nach Deutschland bringen. An der Einfuhr der Tiere sei sie nicht beteiligt. Sie vermittle die Tiere lediglich in gute Hände und erhebe dafür eine Schutzgebühr, die nicht einmal ihre eigenen Kosten decke. Ein Gewinn würde dabei nicht erzielt. Das Gericht lehnte den Antrag der Frau auf Rechtsschutz ab (Az.: 2 L 760/11.KO). Zur Begründung gab es an, dass allein der Umfang der Weitergabe der Tiere dafür spreche, dass der Handel mit den Hunden gewerbliche Absichten verfolge. Weil sie jedoch nicht über ein hierfür erforderliche tierschutzrechtliche Genehmigung verfüge, ist ihr dieser Handel zu untersagen. Unbeachtlich für diesen Fall sind die mitunter fehlende Gewinnerzielung bzw. Gewerbeanmeldung und die gute Absicht, die das Gericht nicht in Zweifel ziehen wollte.