Kündigung des Fitnessstudio wegen gesundheitlicher Probleme

Kündigung Fitnessstudio Gesundheit Probleme
Bescheinigung über Sportunfähigkeit reicht bei Kündigung des Fitnessvertrages aus
„Ich habe mich bei einem Fitnessstudio angemeldet. Jetzt habe ich wieder Knieprobleme und kann nicht mehr trainieren. Kann ich sofort kündigen?“

Grundsätzlich ist die Kündigung eines Fitnessvertrages aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen möglich, so die Rechtsprechung. Eine Erkrankung kann als wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung genannt werden. Voraussetzung ist, dass die Erkrankung nicht nur vorübergehend besteht. Auf Verlangen des Fitnessstudios muss ein entsprechendes ärztliches Attest vorgelegt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat allerdings entschieden, dass Klauseln eines Fitnessstudios unwirksam sind, wenn vom Kunden ein Attest gefordert wird, das die genaue Art der Erkrankung bezeichnet (Az. XII ZR 42/10). Denn durch eine solche Klausel wird der Kunde unangemessen in seinem Kündigungsrecht beschränkt.

Der BGH hat klargestellt, dass es ausreichen muss, wenn der Arzt eine Sportunfähigkeit bescheinigt. Er muss keine Details zu seiner Erkrankung nennen. In der Regel muss also die Aussage eines Arztes zu der Frage der Sportfähigkeit ausreichen. Hat der Betreiber des Studios Zweifel an der Einschätzung des Arztes, bleibt ihm immernoch der Weg vor das Gericht. Es wäre also in Ihrem Fall zunächst einmal mit dem behandelnden Arzt zu klären, ob Ihr Knieproblem dazu führt, dass das Training nicht mehr fortgeführt werden kann.

Kündigung bei chronischen Beschwerden und Vorerkrankungen

Zu prüfen wäre weiterhin, ob es sich um eine bekannte Vorerkrankung handelt, insbesondere, wenn es heißt, dass die Probleme „wieder“ aufgetreten sind. In einem Fall, den das Amtsgericht München entschieden hat, hatte ein Kunde einen Vertrag mit einem Fitnessstudio abgeschlossen, obwohl er bereits unter einer chronischen Gelenksentzündigung litt. Nach einiger Zeit verschlimmerten sich die Beschwerden derartig, dass er nicht mehr trainieren konnte. Er berief sich auf sein Sonderkündigungsrecht wegen einer Erkrankung. Der Betreiber des Studios akzeptierte die Kündigung nicht und verlangte die Zahlung der ausstehenden Kursgebühren. Das Amtsgericht München gab dem Studio recht (Az. 213 C 22567/11).

Die Erkrankung falle in den Risikobereich des Kunden. Nach Auffassung des Gerichts musste der Kunde damit rechnen, dass er den Sport aufgrund seiner Erkrankung nicht dauerhaft würde ausführen können. Dem Betreiber des Studios hätte er dies mitteilen und ggf. ein Sonderkündigungsrecht aushandeln können. Das Urteil bezieht sich auf bekannte chronische Erkrankungen. Falls Sie vor Jahren einmal Knieprobleme hatten und danach beschwerdefrei waren, kann dagegen nicht pauschal mit einer Vorerkrankung argumentiert werden.

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