Ohne Dankesformel kann ein gutes Arbeitszeugnis unvollständig sein

Dankesformel Arbeitszeugnis unvollständig Vollständigkeit
Arbeitszeugnis: Auf die Details kommt es an
Eine Frau erhielt von ihrem Arbeitgeber zu Beginn ihrer Elternzeit auf eigenen Wunsch hin ein Zwischenzeugnis, welches als „gut“ zu bewerten war. Das Zeugnis war mit einem wohlwollenden Schlusssatz versehen. Nachdem man sich während der Elternzeit gerichtlich auf eine Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses geeinigt hatte und der Arbeitnehmerin ein wohlwollendes Endzeugnis zugesagt worden war, staunte diese nicht schlecht als der Wortlaut ihres Zwischenzeugnisses kopiert worden war und der wohlwollende Schlusssatz, durch eine schlichte und lieblose Formulierung der Dankesformel ersetzt wurde. Dagegen klagte die Frau und bekam vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf auch Recht.

„Nach ihrer dreijährigen Elternzeit scheidet Frau W. aus unserem Unternehmen in beiderseitigem Einvernehmen aus.“, war der Satz des Anstoßes, den Frau W. nicht so in Ihrem Endzeugnis stehen haben wollte. Für das Gericht war dies nachvollziehbar, denn in seiner Schlichtheit stand er ganz im Gegensatz zu den überdurchschnittlichen Bewertungen von Frau W. und ihrer Arbeits- und Führungsqualitäten, die im übrigen Arbeitszeugnis zu lesen waren. Gerade bei überdurchschnittlichen Beurteilungen ist das Fehlen einer Dankesformel nicht hinzunehmen, da dies beim Leser negative Begleitumstände bei der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses suggerieren könnte.

LAG Düsseldorf, 03.11.2012, (AZ: 12 Sa 974/10)