Justizkeule gegen Sterbehelferin mit Kapotthütchen

Sterbehilfe Strafe Tod auf Verlangen
Mit Würde aus dem Leben scheiden ist nicht jedem vergönnt
Es gibt Urteile, da kann man nur den Kopf schütteln. Zum Beispiel der Fall, der gestern vor dem Fürther Amtsgericht verhandelt wurde. Auf der Anklagebank: eine alte Dame, 80 Jahre alt, das Kapotthütchen tief ins Gesicht gezogen, die Handtasche fest an sich gepresst, als sei dies die letzte Zuflucht, die ihr auf Erden geblieben sei. Ein Häufchen Mensch in der vorderen Kampfzone des deutschen Strafrechts.

Genau ein Jahr zuvor hatte die Frau ihren Mann getötet. Auf Verlangen! Er wollte kein Pflegefall werden und seine Frau wohl auch nicht. Nachdem der an Prostatakrebs leidende Patient eine hohe Dosis Schlaftabletten geschluckt hatte, stülpte ihm die Ehefrau – wie verabredet – eine Plastiktüte über den Kopf. Danach schluckte sie ebenfalls Schlaftabletten, ehe sie sich mit dem Fön in die Badewanne legte. Doch der Suizid misslang. Die Frau stürzte und konnte erst nach Tagen von ihrem Sohn befreit werden.

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Frühzeitig erkannt, Gefahr gebannt
Zuschauer von Dr. House wissen es längst: der Operationssaal im Krankenhaus ist vordere Kampfzone. Da wird gesäbelt und getackert, bis der Chefarzt kommt. Blut fließt reichlich. Nur mit den Überlebenschancen sieht es mitunter düster aus, wenn die Weißkittel mal wieder eine verhängnisvolle Fehldiagnose gestellt haben. Jetzt haben auch prominente Ärzte in Deutschland eingeräumt, dass Kunstfehler keine Seltenheit sind. Der Chirurg Bertil Boullion bekennt, als Assistenz-Arzt beinahe mal am falschen Knie operiert zu haben. Der Bundesärztekammerpräsident Jörg-Dietrich Hoppe gibt zu, einem Patienten aus Versehen ein Narkosemittel verabreicht zu haben. Und die Krankenschwester Christel Bienstein will nicht ausschließen, dass eine von ihr durchgeführte Fehlbehandlung sogar zum Tode eines ihrer Patienten führte.

Ist eine Vollmacht bei fortschreitender Demenz wirksam?

Vollmacht Demenz Wirksamkeit Zurechnungsfähigkeit
Entscheidend: Anwesende müssen von der Geschäftsfähigkeit überzeugt sein
Das Oberlandesgericht München hat in einem Urteil (Az.: 33 Wx 285/09) festgehalten, dass eine rückschauende Diagnose über die Zurechnungsfähigkeit eines Patienten mit fortschreitender Demenz zu einem früheren Zeitpunkt kaum möglich ist.

Demenzerkrankungen halten besonders schwere Herausforderungen für Fragen der Willensfähigkeit von Patienten bereit. Zwar darf jeder Mensch prinzipiell zu jedem Zeitpunkt seinen Willen bezüglich wichtiger Gesundheitsfragen äußern, doch wie im Falle einer Demenzerkrankung ist es manchmal schwer zu beurteilen, ob dieser Wille verbindlichen Charakter hat oder nicht. Noch schwerer wird es, wenn der Patient seinen Willen mehrfach ändert.