Apparatemedizin? Nein, danke
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Apparatemedizin? Als Allround-Absicherung gilt die Vorsorgevollmacht

Es ist die Horrorvorstellung für jeden: ein langes Siechtum im Krankenhaus, versorgt von Schläuchen und Apparaten, ohne Aussicht auf Besserung. Intensivtherapie oder Behandlungsabbruch? Diese Entscheidung wollen viele gerne noch treffen, bevor sie in der Bewusstlosigkeit verdämmern.

Doch schon nach einem schweren Unfall kann es zu spät sein. Deshalb ist die Vorsorge für das, was im Notfall an Behandlungsmethoden zu erfolgen hat, eine Entscheidung, die man frühzeitig treffen muss. Mit der Reform des Betreuungsrechts gibt es eine Alternative zum gesetzlich bestellten Betreuer und zum Grundsatz, dass ein durch Apparatemedizin am Leben gehaltener Patient trotz eines etwa in einer Patientenverfügung geäußerten Willens nicht sterben darf, wenn dem nicht ein Vormundschaftsgericht zustimmt. Seitdem ist es möglich, eine Person zu bestimmen, die in medizinischen Behandlungsfragen im Sinne des Patienten entscheidet. Denn immer noch herrscht die falsche Ansicht vor, dass Ehegatten oder Familienangehörige Entscheidungsbefugnis hätten.

Rückenschmerzen nach Knieoperation
Schmerzensgeld Operation
Falsch verdrahtet: Schmerzensgeld für Metall im Körper

Nicht immer haben Operationen den erwünschten Erfolg, und nicht selten wird von unerwarteten Nebenwirkungen berichtet. Besonders groß dürfte die Verwunderung bei einem Patienten gewesen sein, den nach einer Knieoperation eine schmerzhafte Geschwulst im Rücken plagte.

Der Arzt, der ihn von dem unerklärlichen Leiden befreite, entdeckte nichts Ungewöhnliches. Doch kurze Zeit später zog die Freundin des Patienten einen 15 Zentimeter langen Kirschnerdraht aus der Wunde.

Justizkeule gegen Sterbehelferin mit Kapotthütchen

Sterbehilfe Strafe Tod auf Verlangen
Mit Würde aus dem Leben scheiden ist nicht jedem vergönnt
Es gibt Urteile, da kann man nur den Kopf schütteln. Zum Beispiel der Fall, der gestern vor dem Fürther Amtsgericht verhandelt wurde. Auf der Anklagebank: eine alte Dame, 80 Jahre alt, das Kapotthütchen tief ins Gesicht gezogen, die Handtasche fest an sich gepresst, als sei dies die letzte Zuflucht, die ihr auf Erden geblieben sei. Ein Häufchen Mensch in der vorderen Kampfzone des deutschen Strafrechts.

Genau ein Jahr zuvor hatte die Frau ihren Mann getötet. Auf Verlangen! Er wollte kein Pflegefall werden und seine Frau wohl auch nicht. Nachdem der an Prostatakrebs leidende Patient eine hohe Dosis Schlaftabletten geschluckt hatte, stülpte ihm die Ehefrau – wie verabredet – eine Plastiktüte über den Kopf. Danach schluckte sie ebenfalls Schlaftabletten, ehe sie sich mit dem Fön in die Badewanne legte. Doch der Suizid misslang. Die Frau stürzte und konnte erst nach Tagen von ihrem Sohn befreit werden.

Gesundheitscheck – kostenlos!

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Frühzeitig erkannt, Gefahr gebannt
Zuschauer von Dr. House wissen es längst: der Operationssaal im Krankenhaus ist vordere Kampfzone. Da wird gesäbelt und getackert, bis der Chefarzt kommt. Blut fließt reichlich. Nur mit den Überlebenschancen sieht es mitunter düster aus, wenn die Weißkittel mal wieder eine verhängnisvolle Fehldiagnose gestellt haben. Jetzt haben auch prominente Ärzte in Deutschland eingeräumt, dass Kunstfehler keine Seltenheit sind. Der Chirurg Bertil Boullion bekennt, als Assistenz-Arzt beinahe mal am falschen Knie operiert zu haben. Der Bundesärztekammerpräsident Jörg-Dietrich Hoppe gibt zu, einem Patienten aus Versehen ein Narkosemittel verabreicht zu haben. Und die Krankenschwester Christel Bienstein will nicht ausschließen, dass eine von ihr durchgeführte Fehlbehandlung sogar zum Tode eines ihrer Patienten führte.

Ist eine Vollmacht bei fortschreitender Demenz wirksam?

Vollmacht Demenz Wirksamkeit Zurechnungsfähigkeit
Entscheidend: Anwesende müssen von der Geschäftsfähigkeit überzeugt sein
Das Oberlandesgericht München hat in einem Urteil (Az.: 33 Wx 285/09) festgehalten, dass eine rückschauende Diagnose über die Zurechnungsfähigkeit eines Patienten mit fortschreitender Demenz zu einem früheren Zeitpunkt kaum möglich ist.

Demenzerkrankungen halten besonders schwere Herausforderungen für Fragen der Willensfähigkeit von Patienten bereit. Zwar darf jeder Mensch prinzipiell zu jedem Zeitpunkt seinen Willen bezüglich wichtiger Gesundheitsfragen äußern, doch wie im Falle einer Demenzerkrankung ist es manchmal schwer zu beurteilen, ob dieser Wille verbindlichen Charakter hat oder nicht. Noch schwerer wird es, wenn der Patient seinen Willen mehrfach ändert.