Ohne Dankesformel kann ein gutes Arbeitszeugnis unvollständig sein

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Arbeitszeugnis: Auf die Details kommt es an

Eine Frau erhielt von ihrem Arbeitgeber zu Beginn ihrer Elternzeit auf eigenen Wunsch hin ein Zwischenzeugnis, welches als „gut“ zu bewerten war. Das Zeugnis war mit einem wohlwollenden Schlusssatz versehen. Nachdem man sich während der Elternzeit gerichtlich auf eine Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses geeinigt hatte und der Arbeitnehmerin ein wohlwollendes Endzeugnis zugesagt worden war, staunte diese nicht schlecht als der Wortlaut ihres Zwischenzeugnisses kopiert worden war und der wohlwollende Schlusssatz, durch eine schlichte und lieblose Formulierung der Dankesformel ersetzt wurde. Dagegen klagte die Frau und bekam vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf auch Recht.

Dürfen Fehlzeiten ins Arbeitszeugnis?

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Das Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert, aber auch inhaltlich wahr sein.

In einem Rechtsstreit um das Arbeitszeugnis einer Teilzeitmitarbeiterin, musste das Arbeitsgericht Köln sich mit der Frage beschäftigen, ob Ausfallzeiten zum Inhalt des Arbeitszeugnisses gemacht werden dürfen. Die Richter stellten klar, dass im Einzelfall genau geprüft werden muss, ob es durch Erwähnung der Fehlzeiten nicht zu einer unangemessener Benachteiligung des Arbeitnehmers kommt. Denn dann kann die Nennung der Fehlzeiten verboten werden.
In dem verhandelten Fall hatte die Mitarbeiterin gute bis sehr gute Beurteilungen ihrer Leistungen bekommen. Dennoch hatte der Arbeitgeber die Zeiten des Mutterschutzes und der Elternzeit gleich im zweiten Absatz genau aufgeführt.

Arbeitszeugnis: Stressresistenz muss erwähnt werden

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Stressresistenz kann ein wichtiges Beurteilungskriterium sein
Arbeitnehmer können darauf bestehen, von ihrem bisherigen Arbeitgeber im Arbeitszeugnis eine Beurteilung ihrer Belastbarkeit in Stresssituationen zu erhalten. Dies stellte das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einer aktuellen Entscheidung fest. Voraussetzung für den Anspruch eines scheidenden Arbeitnehmers auf diesen Passus ist die Branchenüblichkeit. Im konkreten Fall ging es um einen Zeitungsredakteur, dessen Arbeitgeber eine Aussage zu seiner Stressresistenz im Arbeitszeugnis verweigerte. Gerade im Journalistenberuf ist dieser Punkt jedoch ein wichtiges Beurteilungskriterium.