Schadenersatz bei Internetausfall

Internetausfall Schadensersatz
Fällt das Internet länger aus, steht dem Verbraucher Schadensersatz zu

Ein Internetanbieter konnte aus technischen Gründen einem Kunden zwei Monate lang keinen Internetzugang zur Verfügung stellen. Daraufhin klagte der Kunde, auf Erstattung seiner Mehrkosten, die sich durch notwendige Handygespräche ergaben und zusätzlich auf Schadenersatz. Der Bundesgerichtshof entschied jetzt zugunsten des Kunden.

Während Amts- und Landgericht den Schadensersatz verweigerten, sprach der Bundesgerichthof dem Kläger neben den Mehrkosten auch noch einen in der Höhe nicht benannten Schadenersatz zu. Damit wurde der private Internetzugang zu den wenigen Wirtschaftsgütern erhoben, die für die materielle Lebensgrundlage signifikant notwendig sind. Dadurch ist allein schon der Ausfall der Nutzungsmöglichkeit als Voraussetzung für einen Ersatzanspruch ausreichend, wie es bisher nur bei Kraftfahrzeugen oder einer Wohnung der Fall war.

Bei der Höhe des Schadenersatzes geht das Gericht jedoch von einem prozentualen Anteil an den Kosten aus, die der Anschluss den Kunden kosten würde. Also Reichtümer kann man mit dem Ärgernis nicht verdienen.

Bundesgerichtshof, 24.01.2013 (AZ: III ZR 98/12)