Scheidung ade – Versöhnung tut weh!

Scheidung Trennungsjahr Scheidungsantrag Rücknahme
Eine Rücknahme des Scheidungsantrags sollte gut überlegt sein
Eine Ehefrau, die sich erst scheiden lassen wollte, beim Scheidungstermin dann einen Rückzieher machte und es sich am nächsten Tag wieder anders überlegte, muss nun wieder das Trennungsjahr abwarten. So entschied das OLG Bremen.
Wer sich unüberlegt versöhnt…

Das Familiengericht war überrascht, als ein Ehepaar aus Bremerhaven am Scheidungstermin übereinstimmend den jeweiligen Scheidungsantrag zurücknahm. Man glaubte schon an den guten Geist der Vorweihnachtszeit, denn der Termin fand drei Tage vor Weihnachten statt.

Einen Tag später hatte es sich die Frau jedoch wieder anders überlegt und beantragte erneut die Kostenübernahme für das Scheidungsverfahren. Diese wurde jedoch abgelehnt, da sie laut Amt erst wieder ein Trennungsjahr hinter sich bringen müsse. Die Frau klagte dagegen und verlor. Nach Auffassung des Gerichts war die Rücknahme des Scheidungsantrages eine endgültige Versöhnung, dabei spielt es keine Rolle, wie lang diese Versöhnung andauert. Hätte man das Scheidungsverfahren einfach nur ausgesetzt, hätte das Trennungsjahr noch gegolten. Bei Rücknahme des Scheidungsantrags werden jedoch alle Uhren wieder auf Null gestellt.

Sollte der Ehemann inzwischen mit der Scheidung nicht mehr einverstanden sein, muss die unentschlossene Frau wohl sogar noch drei Jahre warten, denn dies ist in Deutschland die Frist, wenn nur ein Partner die Scheidung beantragt.

OLG Bremen, 02.05.2012 (AZ: 4 WF 40/12)