Suff gehört nicht in die Personalakte

Alkoholproblem Personalakte Vertraulichkeit
Alkoholprobleme gehören nicht in die Personalakte
„Das kommt in die Personalakte“ ist ein Standardspruch von Vorgesetzten bei dienstlichen Verfehlungen ihrer Mitarbeiter. Doch so einfach ist es nicht. Sensible Daten müssen getrennt aufbewahrt werden, etwa Berichte über Alkoholmissbrauch oder allgemein Gesundheitsdaten. Firmen sind zur Vertraulichkeit verpflichtet, so das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hessen. In dem Urteil ging es um einen Passageleiter am Frankfurter Flughafen.

Der Arbeitnehmer hatte zeitweise ein massives Alkoholproblem, das er mit Hilfe einer therapeutischen Maßnahme und Unterstützung durch die Firma wieder in den Griff bekam. Die Korrespondenz über die Alkoholkrankheit befand sich in einem für Dritte leicht einsehbaren Bereich der Personalakten. Dagegen klagte der Mann, da er Nachteile bei einer Weiterbewerbung befürchtete und bei Bekanntwerden des Vorfalls seine Persönlichkeitsrechte in Gefahr sah.
Das Gericht kam zwar zu der Auffassung, dass der Schriftwechsel nicht vernichtet werden müsse, doch in einem getrennten von den übrigen Mitarbeitern nicht einsehbaren Bereich unter Verschluss gehalten werden muss.