Untervermietung trotz Verbot im Mietvertrag möglich

Untervermietung Verbot Mietvertrag
Untervermietung als Ausdruck privater Lebensgestaltung erlaubt

Auch wenn Ihr Vermieter Ihnen eine Untervermietung ausdrücklich untersagt hat, und dies sogar im Mietvertrag steht, gibt es trotzdem noch Ausnahmen, bei denen Ihnen die Untervermietung erlaubt werden muss. In dem zugrunde liegendem Fall hat eine Frau geklagt, da Ihr Vermieter keine Untermiete gestattete. Sie hatte die Wohnung angemietet, als Sie noch mit ihrem Mann zusammenlebte. Nachdem sie sich von Ihrem Mann getrennt hatte, und dieser die Unterhaltszahlungen einstellte, konnte sie sich die Wohnung alleine nicht mehr leisten. Deswegen wandte sie sich an ihren Vermieter mit der Bitte, ihr die Erlaubnis zur Untervermietung nachträglich zu erteilen, diese wurde jedoch abgelehnt. Sie klagte gegen ihren Vermieter und gewann.

Als Begründung benannte das Amtsgericht München den Umstand, dass durch die Untervermietung weder eine Überbelegung noch ein anderer Grund der gegen eine Weitervermietung sprechen konnte zu befürchten war. Des Weiteren war das Interesse der Mieterin ihre Wohnkosten zu senken begründet, da sich ihre finanzielle Lage erst nach Abschluss des Mietvertrags verschlechtert hatte. Laut Gericht ist es als Ausdruck ihrer privaten Lebensgestaltung zu respektieren, dass sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben will. Daher kann die Mieterin nicht darauf verwiesen werden, sich eine billigere Wohnung anzumieten.

Amtsgericht München, 15.10.2013 (AZ: 422 C 13968/13)