Vorvermieterbescheinigung muss richtig sein

Vorvermieterbescheinigung Richtigkeit Kündigung Mietverhältnis
Falsche Angaben können zur fristlosen Kündigung führen

Heutzutage braucht man immer mehr Dokumente, um eine Wohnung anzumieten. Eine Schufa-Auskunft ist schon Standard, viele Vermieter verlangen jetzt auch eine „Vorvermieterbescheinigung“. Dies ist ein Dokument vom vorherigen Vermieter, das besagt, dass man seine Miete und die Kaution immer termingerecht bezahlt hat.

Fast alle Vermieter verlangen inzwischen eine Einkommenserklärung der letzten drei Monate. Wer eine solche fälscht, riskiert schon länger eine fristlose Kündigung durch den Vermieter, sobald dieser auf den Betrug aufmerksam wird. Dies gilt auch dann, wenn man seine Miete immer rechtzeitig bezahlt (AZ: 14 S 18532/08). Darüber hinaus wünschen sich viele Vermieter auch eine „Vorvermieterbescheinigung“, doch nicht jeder kann eine solche aufweisen.

Somit denkt der eine oder andere, er tut sich einen Gefallen, sie sich selbst auszustellen. Das Gegenteil ist der Fall, denn der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Vermieter, sobald er herausfindet, dass die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung gefälscht ist, eine fristlose Kündigung aussprechen kann. Dies begründet der BGH damit, dass der Mieter seine vorvertraglichen Pflichten mit der Fälschung erheblich verletzt hat. Entscheidend ist jedoch auch, wann der Vermieter erfahren hat, dass das Dokument gefälscht ist. Sollte er nicht unmittelbar nach der Enttarnung eine fristlose Kündigung aussprechen, verwirkt er sein Recht hierauf.

Bundesgerichtshof, 09.04.2014 (AZ: VIII ZR 107/13)