Wann ist eine Sportverletzung ein Dienstunfall?

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Sportverletzung beim Betriebssport gilt als Dienstunfall

Was passiert eigentlich, wenn ein Arbeitnehmer beim Einsatz für die Sportmannschaft eines Betriebes verletzt wird? Ist dies ein Arbeits- bzw. Dienstunfall oder eine private Sportverletzung? Die Abgrenzung ist in vielfach ganz entscheidend, etwa wenn es um eventuelle Renten oder auch eine krankheitsbedingte Kündigung geht.

Mit dieser Frage hat sich das Verwaltungsgericht Trier (VG Trier, Urt. v. 9. 8. 2011/1 K 283/11.TR) jetzt auseinander gesetzt und kam zu einem Urteil, das wohl alle Sportfreunde aufatmen lässt. In dem Fall hatte sich ein Postbeamter im Rahmen des so genannten „Brief-Cups des FC Deutsche Post“ einen Bänderriss zugezogen.

Der Arbeitgeber (in dem Fall die Bundesrepublik Deutschland) weigerte sich den Unfall als Dienstunfall anzuerkennen, da der Cup ja in der Freizeit ausgetragen wurde und der Mitarbeiter nicht zur Teilnahme verpflichtet gewesen war. Dies sahen die Richter anders und stellten sich auf die Seite des Beamten: Der Cup sei als Projekt von der deutschen Post finanziert gewesen, mit dem Ziel die Mitarbeiter zu motivieren und den Zusammenhalt zu stärken. Auch habe der Dienstvorgesetzte die Teilnahme des Spielers am Turnier gebilligt. Unter diesen Voraussetzungen überwog das dienstliche Interesse an der Teilnahme am Spiel und folglich wurde auch der Unfall als Dienstunfall gewertet. Das Urteil lässt sich jedoch nicht ohne weiteres auf jede Art von Betriebssport übertragen. Entscheidend war in diesem Fall nämlich, dass sich der Unfall im Rahmen des eigens finanzierten „Brief-Cups“ ereignet hat, der für die Marke „Post“ werben und die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen fördern sollte.