Wenn der Vermieter zweimal klingelt

Vermieter Wohnung Zugang
Unangemeldeten Besuche vom Vermieter muss man nicht dulden
Es war eine lange Nacht und man hat sie nicht allein verbracht. Im Gegenteil: Nach dem Konzert ging es noch zum Edel-Italiener und danach in die Cocktail-Bar und danach… Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist. Doch um 9 Uhr klingelt es Sturm. Der Vermieter steht vor der Haustür und will die Bodendielen überprüfen – in jedem Raum. Da kann einem schon mal der Morgenkaffee hochkommen. Doch solch unangemeldeten Besuche muss der Mieter nicht dulden, selbst wenn es so im Mietvertrag vereinbart wurde. In dem Fall ging es um einen Mann, der schon zum wiederholten Male innerhalb kurzer Zeit Besuch vom Vermieter bekam: Mal ging es um sanitäre Anlagen, mal um die Fußbodensanierung. Irgendwann platzte dem Mieter der Kragen und er ließ den Vermieter nicht mehr in die Wohnung. Der Vermieter klagte, auch weil im Mietvertrag eine Besichtigung auch ohne vorherige Ankündigung und Terminabsprache vereinbart worden war.

Doch vor Gericht erlitt er mit dieser Strategie Schiffbruch. Das Amtsgericht (AG) Hamburg hielt die entsprechende Klausel für unwirksam, weil sie die Rechte des Mieters unzulässig einschränke. Sie stehe außerdem im Widerspruch zum Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung. So war der Grund für die Besichtigung zwar nicht von der Hand zu weisen, dennoch hätte der Vermieter die verschiedenen Anliegen, die ihn in die Wohnung brachten, auch in einem Termin erledigen können. Auch eine besondere Eilbedürftigkeit der Fußbodensanierung konnte das AG nicht erkennen.