Wichtige Änderungen zur Steuerklärung 2018

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Eine Änderung für 2018: Finanzamt darf Rechenfehler selber korrigieren

Die Fristen für die Abgabe einer Einkommenssteuererklärung werden im Jahre 2019 erstmals verlängert. Dennoch kann es sich lohnen, frühzeitig an die Steuererklärung 2018 zu denken. Denn die Beitragsgrenzen für die Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter werden stark angehoben. Wer also noch in diesem Jahr ein Notebook oder ein Laptop als Arbeitsmittel erwirbt, kann möglicherweise den gesamten Kaufpreis steuerlich geltend machen.

Längere Frist für die Abgabe der Steuererklärung 2018

Viele Jahre lang galt für die Abgabe der Steuererklärung der Stichtag 31. Mai. Das ändert sich ab 2019. Die Steuerklärung für das Jahr 2018 müssen Sie erst zum 31.Juli 2019 beim Finanzamt eingereicht haben. Wer einen Steuerberater beauftragt, kann sich sogar noch länger Zeit lassen, nämlich sogar bis zum 28. (bzw. 29.) Februar des darauf folgenden Jahres, also 2020. Sie müssen dennoch auf die Post vom Finanzamt achten! Denn in bestimmten Fällen darf der Sachbearbeiter die Steuererklärung bereits vorher anfordern.

Übrigens: Die Stichtage gelten generell nur für Arbeitnehmer, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Bei freiwilliger Veranlagung kann man sich generell sogar vier Jahre Zeit lassen.

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Verspätungszuschlag künftig mit pauschalem Mindestbetrag

Zeitgleich mit der großzügigen Verlängerung der Abgabefrist tritt jedoch eine verschärfte Regelung für die Erhebung eines Verspätungszuschlages in Kraft. Künftig wird dieser sofort erhoben, wenn sich der Abgabepflichtige nicht an die Termine hält. Und zwar selbst dann, wenn er gar keine Steuer nachzuzahlen hat oder sogar eine Steuererstattung erhält. Bisher hatte der Sachbearbeiter einen Ermessensspielraum, wenn es um die Erhebung eines Verspätungszuschlages ging. Nur nach oben hin war der Betrag gedeckelt. Die Folge war, dass viele Steuerpflichtige die Finanzgerichte mit Einsprüchen gegen den Zuschlag beschäftigten. Denn bei Ermessensentscheidungen kann leicht damit argumentiert werden, dass das Ermessen fehlerhaft ausgeübt worden sei. Um die Finanzgerichte zu entlasten, hat der Gesetzgeber nun einen Mindest-Verspätungszuschlag bestimmt, der automatisch bei jeder Verspätung erhoben werden muss.

Der Spielraum des jeweiligen Sachbearbeiters ist dadurch stark eingeschränkt worden. Es gibt jedoch Ausnahmen vom Verspätungszuschlag: Für Rentner oder Steuerpflichtige, die zum ersten Mal eine Steuererklärung abgeben müssen, fällt der Zuschlag erst an, wenn sie einer ausdrücklichen Aufforderung des Finanzamts nicht fristgemäß nachgekommen sind. Wer bereits absehen kann, dass er die rechtzeitige Abgabe der Steuererklärung nicht schaffen wird, kann nach wie vor beim Finanzamt die Fristverlängerung beantragen. Der Verlängerungsantrag muss eine stichhaltige Begründung enthalten, denn einen generellen Anspruch auf eine Verlängerung der Frist gibt es nicht. Der Steuerpflichtige muss sich darauf berufen können, dass er die Verspätung nicht zu verschulden hatte.

Höhere Grenzen zum Sofortabzug geringfügiger Wirtschaftsgüter

Viele Steuerzahler können ihre Ausgaben für sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter von der Steuer absetzen. Gemeint sind beispielsweise technische Arbeitsmittel, wie Laptops oder Tablets. Bisher galt ein Gerät nur dann als geringwertig, wenn es nicht mehr als 487,90 Euro brutto gekostet hat. Dieser Grenzbetrag erhöht sich für 2018 auf 952 Euro brutto.

Belege müssen nur noch vorgehalten werden

Eine weitere Erleichterung für Steuerpflichtige liegt darin, dass Belege der Steuererklärung nicht mehr angefügt werden müssen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Unterlagen einfach vernichtet werden können. Das Finanzamt kann die nachträgliche Vorlage einfordern. Sie sollten also alle Rechnungen und Belege, auf die Sie sich im Rahmen Ihrer Steuerklärung bezogen haben, griffbereit abheften. Falls Sie besonders hohe Kosten in Abzug bringen wollen, empfiehlt es sich, die Rechnungen ggf. sofort mitzuschicken, da ohnehin weitere Nachfragen des Finanzamts zu erwarten sind. Das Verfahren wird somit durch den Schriftverkehr nicht verzögert.

Finanzamt darf Rechenfehler selbst korrigieren

Gerade beim Ausfüllen von Steuerformularen ohne Rechenfunktion, kann es zu Rechenfehlern des Steuerzahlers kommen. Oder es können sich Schreibfehler einschleichen. Bisher hatte der Sachbearbeiter zwar die Möglichkeit offensichtliche Fehler zu korrigieren, eine nachträgliche Änderung war jedoch bisher ohne Einspruch nicht mehr möglich. Nun kann bis zum Ablauf der Festsetzungsfrist der Steuerbescheid einfach korrigiert werden. Das gilt allerdings auch umgekehrt: Das Finanzamt selbst kann eigene Fehler ebenso korrigieren.

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