100 Euro Strafe für jede weggeworfene Kippe

Bußgeld Strafe Zigarette Kippe
Eine achtlos weggeworfene Kippe kann teuer werden
„Asche auf mein Haupt“ ist eine Redewendung, welche von Demut und Einsicht zeugt. Wenn die Asche jedoch wortwörtlich auf den Kopf rieselt, hört bei den meisten der Spaß auf. So ging es auch einer Frau aus Bayern, deren Nachbarin auf dem darüber liegenden Balkon immer rauchte und dann ihre Kippen achtlos vom Balkon schnippte. Bei einem ersten Gerichtstermin wurde ihr verboten ihre Zigaretten so zu entsorgen. Da sie sich aber nicht an diese Auflage hielt, wurde die Raucherin jetzt zu 3000 Euro Strafe verdonnert.

Bei einem ersten Gerichtstermin im September 2011 zeigte sich die Raucherin noch einsichtig und erklärte sich bereit einen Aschenbecher für den Balkon zu besorgen. In dem Vergleich stimmte sie auch der angedrohten Strafe von 100 Euro für jede Zuwiderhandlung der Vereinbarung zu. Wieder zuhause verfiel die Obermieterin jedoch wieder in ihr altes Muster und rauchte weiter ungeniert auf ihrem Balkon und schmiss die Kippen achtlos von diesem. Scheinbar nahm sie die Entscheidung des Gerichts nicht für voll.

Das sah ihre Untermieterin jedoch nicht ein und dokumentierte nun mit ihrem Fotoapparat sämtliche Rauchvorgänge und Überreste, die auf ihren Balkon gerieselt waren. Dann schickte sie durch ihren Anwalt eine saftige Rechnung über 5.700 Euro für 57 Verstöße an die Raucherin. Diese wollte nicht zahlen und so landete der fall erneut vor Gericht. Durch Zeugenaussagen von Nachbarn konnte die Nichtraucherin die Verstöße beweisen, wobei das Gericht aber nur 30 Verstöße anerkannte. Somit wurde die Raucherin zu 3.000 Euro Strafe verurteilt. Diese legte gegen das Urteil aber gleich Berufung ein und so kann man gespannt sein, wie sich der Fall weiter entwickelt.

Zumindest sind keine neuen Verstöße zu erwarten, da die Raucherin inzwischen auf E-Zigaretten umgestiegen ist.

Amtsgericht München, vom 12.08.2013 (AZ: 483 C 32328/12)