Der unbeliebte Kollege: Fristlose Kündigung wegen Schlägerei am Arbeitsplatz

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Gewalt am Arbeitsplatz rechtfertigt Kündigung
Arbeitnehmer haben gegenüber ihrem Arbeitgeber bestimmte Rechte, aber auch Pflichten. Dazu zählen unter anderem so grundlegende und selbstverständliche Dinge wie die Abgabe des Sozialversicherungsausweises, die Verschwiegenheitspflicht, das Wettbewerbsverbot, der pflegliche Umgang mit dem Inventar, die Gehorsamspflicht oder die Auskunftspflicht über den Arbeitsstand. Kommt der Arbeitnehmer diesen Pflichten nicht nach, kann dies rechtliche Konsequenzen haben. Die Selbstverständlichkeit der Arbeitnehmergebote muss wohl neu definiert werden, angesichts der verhandelten Rechtsstreitigkeit vor dem Arbeitsgericht Hamm (Az: 8 Sa 1932/10).

Im vorliegenden Fall wurde der Arbeitnehmer fristlos entlassen, weil er einen Kollegen am Arbeitsplatz verprügelt hatte. Ihm half dabei auch nicht die Tatsache, dass er nicht der auslösende Streithahn war. Der entlassene Taxifahrer fühlte sich durch Kommentare seines Opfers dermaßen provoziert, dass er, endlich in der Taxizentrale angekommen, diesen zur Rede stellte. Dieser habe ihm dann das Telefon an den Kopf geworfen, woraufhin der Kläger auf den Anderen eingeschlagen habe. Dieses Verhalten, nämlich dem Streit nicht aus dem Weg zu gehen und Hilfestellung beim Arbeitgeber zu suchen, sondern die Gewalttat am Arbeitsplatz auszutragen, rechtfertigt die fristlose Kündigung, unabhängig davon wer begonnen hat. Die Arbeitnehmerpflicht, mit dem Inventar pfleglich umzugehen sollte selbstverständlich auch auf Mitmenschen anwendbar sein.