Fischöl plötzlich ungesund

Fischöl ungesund
Studie zu Wirkung von Fischöl im neuen Licht

Jahrelang schluckten die Deutschen Fisch in jeder Form – als Kapseln, Öl, in ganzen Stücken oder auch nur als Stäbchen; im blinden Vertrauen auf das, was Ernährungswissenschaftler als unumstößliche Wahrheit verkündeten: Fisch hilft gegen Herzinfarkt, Schlaganfall, Alzheimer, ADHS und Kreislaufprobleme. Also eigentlich gegen alles!

Fisch wurde zum Allheilmittel, egal, was man sonst so noch darin fand: Quecksilber, Fadenwürmer, Bakterien, Dioxine. Selbst überzeugte Fischhasser würgten den öligen Wasserbewohner runter, um von den segensreichen Omega-3-Fettsäuren zu profitieren. Denn die erste Regel in der Alltags-Prophylaxe heißt: Alles, was komplizierter klingt als Hustensaft, hilft wie der Teufel – und was kann man schon gegen mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus der Carboxygruppe der Kohlenstoffkette ernsthaft einwenden.

Doch jetzt soll die ganze Fischesserei für die Katz gewesen sein. „Fruchtloser Tran“ schrieb die Süddeutsche Zeitung und bezeichnete die Wunderwirkung des Fischöls als „Mär aus dem Meer“. Denn kluge Forscher haben herausgefunden, dass die Studie über arktische Ernährungsgewohnheiten, die Anfang der 70er den Siegeszug der Gräten-Therapie einläutete, auf ziemlich wackligen Flossen steht. Gerade mal 7 Eskimos hatten an der Vergleichsstudie teilgenommen. Aus ihrer robusten Konstitution hatte man geschlossen, dass der Fischkonsum zu einer höheren Lebenserwartung führe. Inzwischen weiß man, dass auch Eskimos genau so häufig an Herzerkrankungen sterben wie der Rest der Welt. Im Gegenteil, der Mangel an Obst und Gemüse führt auch am Pol zu Gesundheitsproblemen. Auch andere Studien konnten keine Belege für die behaupteten Vorteile der Fischmedizin liefern. In höherer Dosierung gelten sie sogar als gesundheitsgefährdend. Ungesättigte Fettsäuren werden schneller ranzig und bilden die krebserregenden freien Radikale. Ein harter Schlag für die Wellness-Industrie, die Milliarden mit dem tranigen Medikament umsetzt.

Ist Fisch deshalb von Nachteil? Keinesfalls. Es kommt nur darauf an, was der Fisch selbst fischt: zum Beispiel Algen. In Wahrheit helfen die sogenannten F-Säuren, die Furanfettsäuren, die zum Beispiel Japaner alt werden lassen. Sie finden sich in der Leber von Fischen, die viel unterwegs sind. Zuchtfische hingegen haben keine F-Säuren. Also machen Sie es wie die Fische – essen Sie mehr Algen und trinken Sie nicht soviel Kaffee.