Nach 23 Jahren: Fristlose Kündigung wegen 8 halben Brötchen

Fristlose Kündigung Brötchen
Kündigung wegen 8 halben Brötchen? Abmahnung angemessen, Kündigung überzogen!

Die Klägerin – Arbeitnehmerin in einem Krankenhaus – ist einschließlich ihrer Ausbildungszeit knapp 23 Jahre bei ihrer Arbeitgeberin (Beklagte) beschäftigt und ordentlich unkündbar. Die Beklagte lagerte im Pausenraum regelmäßig belegte Brötchen, welche für externe Mitarbeiter bestimmt waren. An einem Morgen ihrer Frühschicht begab sich die Klägerin in diesen Pausenraum, entnahm 8 Brötchenhälften und nahm sie mit in ihren Pausenraum. Die Brötchen wurden von den Arbeitskollegen der Klägerin gegessen. Sie selbst aß zumindest eine Hälfte. Die Beklagte kündigte der Klägerin daraufhin außerordentlich fristlos, hilfsweise außerordentlich mit einer Auslauffrist. Der Betriebsrat wurde zuvor angehört. Allerdings widersprach er der außerordentlichen Kündigung des Arbeitsvertrages.

Freistellung nach einer Kündigung ist kein Urlaub

Freistellung Kündigung Urlaub
Freistellung nach Kündigung: Kein Urlaub ohne gleichzeitige Vergütung

Wenn ein Arbeitgeber eine verhaltensbedingte, fristlose Kündigung ausspricht, will er dem Arbeitnehmer in der Regel nicht auch noch eine Urlaubsabgeltung bezahlen. Vielmehr wird er versuchen, ihn unter Anrechnung der Urlaubsansprüche freizustellen. Aufpassen sollte man aber, wenn man dem Mitarbeiter fristlos und hilfsweise auch noch fristgemäß kündigt. Hintergrund: Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat seine Rechtsprechung in der Frage der Urlaubsgewährung während der Freistellung geändert. In dem Rechtstreit ging es um die Frage, ob die im Rahmen einer hilfsweisen Freistellung gewährte Freizeit auf die ausstehenden Urlaubsansprüche des Arbeitnehmers angerechnet werden kann. Der klagende Arbeitnehmer war gekündigt worden.

Die Kündigung erfolgte fristlos, hilfsweise fristgemäß. Gleichzeitig wurde er mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Freistellungserklärung enthielt den ausdrücklichen Hinweis darauf, dass – für den Fall, dass nur die fristgemäße Kündigung zulässig sei – mit der Freistellung sämtliche Urlaubs- und Überstundenansprüche abgegolten seien. Hiermit wollte sich der Arbeitnehmer aber nicht zufrieden geben. Aus seiner Sicht, sei eine Erholung während der Freistellung für ihn nicht möglich gewesen. Ein konkreter Urlaubszeitraum sei im Rahmen der Freistellung im Übrigen auch nicht festgelegt worden. Vor Gericht einigten sich die Parteien dann aber auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Bis zum Beendigungstermin sollte die Vergütung für die Zeit der Freistellung weitergezahlt werden. Der Arbeitnehmer verlangte nun zusätzlich Urlaubsabgeltung für den ausstehenden Urlaub.

Kündigung nach dem Spruch: „Mit so einem Puffauto fahre ich nicht“

Kündigung Puffauto Beleidigung
Fristlose Kündigung – nur nach vorangegangener Abmahnung rechtens

Der Kläger war bei der Beklagten, ein Unternehmen das Kaffeeautomaten betreibt, fast 20 Jahre lang als Vertriebsmitarbeiter beschäftigt. Zur Ausübung seiner Tätigkeit nutzte er, wie seine Arbeitskollegen auch, einen von der Beklagten gestellten Geschäftswagen. Als dieser von der Beklagten optisch verändert wurde, war für den Arbeitnehmer der Spaß vorbei. Der Wagen erhielt eine Klebefolie mit Kaffeebohnen aus denen nackte Frauenbeine mit halb ausgezogenen roten Pumps ragten. Zusätzlich wurden die zunächst grauen Radkappen gegen Rote ausgetauscht. Nachdem die Blickfänger das Fahrzeug zierten, kam es zwischen dem Kläger und der Beklagten zum Streit. In dem Streitgespräch äußerte der Kläger, dass er mit solch einem „Puffauto“ keine Geschäfte mehr erledigen wolle. Die Firma sprach eine fristlose Kündigung des Arbeitsvertrages aus und stellte hilfsweise zusätzlich ein fristgerechtes Kündigungsschreiben aus.

Keine Obhuts- und Verwahrungspflichten des Arbeitgebers

Wertsachen Arbeitsplatz
Haftet der Arbeitgeber, wenn am Arbeitsplatz Wertsachen verschwinden?

Bringt der Arbeitnehmer Wertsachen für 20.000 Euro mit zur Arbeit …

Der Kläger ist Mitarbeiter in einem Krankenhaus. Er behauptete, im Sommer 2014 Schmuck und Uhren im Wert von 20.000 Euro mit zur Arbeit gebracht zu haben. Er habe die Wertsachen in den Rollcontainer seines Schreibtisches in seinem Büro eingeschlossen. Noch am selben Abend wollte er die Sachen zur Bank bringen. Weil die Arbeitsbelastung jedoch so hoch gewesen sei und er so viel zu tun hatte, habe er sein Vorhaben aus den Augen verloren. Tage später habe er bemerkt, dass die üblicherweise verschlossene Tür zu seinem Büro aufgeschlossen und der Rollcontainer aufgebrochen war. Der Schmuck und die Uhren waren gestohlen. Seine Bürotür konnte nur mit einem Generalschlüssel geöffnet worden sein. Eine Mitarbeiterin habe ihren Generalschlüssel leichtsinnigerweise in ihrer Kitteltasche aufbewahrt. Ihr Arbeitskittel befand sich in ihrem Spind, der jedoch ebenfalls aufgebrochen worden war. Der Kläger wirft nun seiner Arbeitgeberin vor, für den Diebstahl verantwortlich zu sein, denn sie habe es versäumt, ihren Arbeitnehmern durch klare Anweisungen oder Vorkehrungen für eine sichere Aufbewahrung des Generalschlüssels zu sorgen. Dadurch habe die Arbeitgeberin den Diebstahl erst möglich gemacht. Aus diesem Grund verlangte der Kläger von seiner Arbeitgeberin den Schaden zu ersetzen.

Ohne Dankesformel kann ein gutes Arbeitszeugnis unvollständig sein

Dankesformel Arbeitszeugnis unvollständig Vollständigkeit
Arbeitszeugnis: Auf die Details kommt es an

Eine Frau erhielt von ihrem Arbeitgeber zu Beginn ihrer Elternzeit auf eigenen Wunsch hin ein Zwischenzeugnis, welches als „gut“ zu bewerten war. Das Zeugnis war mit einem wohlwollenden Schlusssatz versehen. Nachdem man sich während der Elternzeit gerichtlich auf eine Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses geeinigt hatte und der Arbeitnehmerin ein wohlwollendes Endzeugnis zugesagt worden war, staunte diese nicht schlecht als der Wortlaut ihres Zwischenzeugnisses kopiert worden war und der wohlwollende Schlusssatz, durch eine schlichte und lieblose Formulierung der Dankesformel ersetzt wurde. Dagegen klagte die Frau und bekam vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf auch Recht.

Wenn die (Ex-)Freundin beim Chef petzt

Exfreundin Freundin Kollegen Chef petzen
Vertrauliche Gespräche unterliegen dem Schutz des Persönlichkeitsrechts

Lästern Sie gern mal mit Kollegen über Ihren Chef? Gut heißen kann man das natürlich nicht. Und nett ist es auch nicht gerade. Und ob es zu einem guten Arbeitsklima beiträgt, ist auch eher fraglich. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht. Gekündigt werden kann Ihnen deshalb nicht.

Gelästert hat auch ein Oberarzt aus Trier. Er „sprach“ mit einer Kollegin per SMS über seinen Chef, den Chefarzt. Ein „autistisches krankes Arschloch“ sei der Chef, schrieb der Arzt seiner Kollegin. Doch anstatt mitzulästern, machte die Kollegin etwas ebenso Unkollegiales. Sie ging zum besagten Chef und petzte, woraufhin dem Oberarzt ordentlich gekündigt wurde. Der Gekündigte wollte dies nicht akzeptieren und hielt die Kündigung für unwirksam.

Dürfen Fehlzeiten ins Arbeitszeugnis?

Fehlzeiten Zeugnis Arbeitszeugnis
Das Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert, aber auch inhaltlich wahr sein.

In einem Rechtsstreit um das Arbeitszeugnis einer Teilzeitmitarbeiterin, musste das Arbeitsgericht Köln sich mit der Frage beschäftigen, ob Ausfallzeiten zum Inhalt des Arbeitszeugnisses gemacht werden dürfen. Die Richter stellten klar, dass im Einzelfall genau geprüft werden muss, ob es durch Erwähnung der Fehlzeiten nicht zu einer unangemessener Benachteiligung des Arbeitnehmers kommt. Denn dann kann die Nennung der Fehlzeiten verboten werden.
In dem verhandelten Fall hatte die Mitarbeiterin gute bis sehr gute Beurteilungen ihrer Leistungen bekommen. Dennoch hatte der Arbeitgeber die Zeiten des Mutterschutzes und der Elternzeit gleich im zweiten Absatz genau aufgeführt.

Ist eine Einladung zur Fortbildung für Anwälte unzulässige Werbung?

Einladung Fortbildung Anwälte Werbung Mailing Newsletter
Auch Einladungen zu Fortbildungen können werblich sein

Jeder, der eine E-Mail-Adresse hat, kennt das. Fast 75 Prozent der Mails, die man erhält, sind eigentlich für den Papierkorb bestimmt. Die Rede ist von ungeliebtem Spam. Da bekommt man mitgeteilt, dass man 100 000 Euro gewonnen hat, wo man besonders günstig neue Handys erwerben kann und so weiter…

Bei den meisten von uns Otto-Normalverbrauchern landen solche Mails direkt im Spam-Ordner. Man braucht sie nur alle anzuklicken und kann sie dann direkt und ungelesen in den virtuellen Papierkorb bewegen. Doch wie sieht es bei Leuten aus, die einen geschäftlichen E-Mail-Account haben?! Diese Personengruppe muss in der Regel wesentlich aufmerksamer den E-Mail-Eingang checken. Immerhin kann es Folgen haben, wenn mal eine wichtige Nachricht ungelesen im Papierkorb landet.

Auch Teilzeitkräfte erhalten Weihnachtsgeld

Weihnachtsgeld Teilzeitkräfte
Teilzeitkräfte dürfen beim Weihnachtsgeld nicht benachteiligt werden

Selten ist der Blick auf den Kontoauszug so erfreulich wie in den Tagen rund um den 1. Advent. Das Weihnachtsgeld naht, für manche sogar in der Höhe des 13. Monatsgehalts. Die Jahres-End-Einkaufs- Rallye kann beginnen. Doch nicht alle können glücklich sein. In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Firmen, in der es Mitarbeiter 1. und 2. Klasse gab.

Und es waren oft die Teilzeitkräfte, die von der Weihnachtsgratifikation – einer im Allgemeinen als freiwillig anzusehenden Leistung des Arbeitgebers – ausgeschlossen waren. Denn viele Chefs glauben nach wie vor, dass sie mit dem Weihnachtsgeld nach Gutdünken verfahren können.

Ein Pilot wehrt sich gegen seine Uniform!

Pilot Uniform Gleichstellung Gleichbehandlung
Gleichbehandlung darf nicht bei der Cockpitmütze enden

Fragt man kleine Kinder, was sie später einmal beruflich machen wollen, bekommt man oftmals die gleichen Antworten: „Feuerwehrmann“, „Arzt“ oder „Pilot“. In den Vorstellungen der Kleinen darf bei letzterem vor allem eines bei der Arbeitskleidung nicht fehlen: die Pilotenmütze. Gerade sie scheint es zu sein, die eine angemessene Uniform erst komplett macht. Doch gerade diese gegen Kopfbedeckung wehrte sich im wahren Leben ein Pilot der Lufthansa.