Vermieter erhält Schadenersatz wegen übermalter Dübellöcher

Vermieter Schadenersatz Dübellöcher
Übermäßige Dübellöcher führen zu Schadensersatz

Wenn der Mieter nach dem Auszug aus der Wohnung übermäßig viele Dübellöcher übermalen muss, hat er Anspruch auf Schadenersatz. Allerdings nur in der Höhe der Anschaffungskosten für die Farbe.

Die Mieter einer Wohnung hatten in der Küche und in einem weiteren Zimmer der Wohnung nach dem Auszug zahlreiche Dübellöcher hinterlassen. In der Küche waren zum Aufhängen von Küchenmöbeln 10-15 Dübellöcher gebohrt worden. In einem anderen Zimmer waren wegen der Anbringung einer Holzverkleidung 50-60 Dübellöcher vorhanden. Die Mieter hatten es nach dem Auszug unterlassen, die Löcher zu verschließen und weigerten sich, für die dadurch entstandenen Kosten aufzukommen.

Die Vermieterin brachte die Sache vor Gericht und verlangte Schadenersatz, da die Mietsache nicht ordnungsgemäß zurückgegeben worden war (§ 546 Abs. 1 BGB). Außerdem beklagte sie, dass die Anzahl der Dübellöcher nicht vertragsgemäß sei. Das zuständige Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt entschied, dass die Vermieterin einen Anspruch auf Schadenersatz habe. Allerdings beschränke sich der auf die Höhe der Farbkosten (§ 280 Abs. 1 BGB). Die Mieter haben, so das Gericht, ihre Pflicht zum Verschließen der Dübellöcher und damit zur ordnungsgemäßen Rückgabe der Wohnung nicht erfüllt.

Laut Mietrecht ist ein Mieter dazu verpflichtet, die Wohnung in einen vertragsgemäßen bzw. dem üblichen Gebrauch entsprechenden Zustand zurückzugeben. Ein vertragsgemäßer Gebrauch sei dann nicht mehr gegeben, wenn es sich um übermäßig viele Dübellöcher handelt. Die 50 – 60 Löcher, die durch die Anbringung der Holzvertäfelung entstanden sind, wurde als übermäßig gewertet. Bei den Dübellöchern in der Küche hingegen handle es sich nicht um eine übermäßige Nutzung.

Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt, Urteil vom 02.08.2012 (Az: 11 C 329/11)