Weihnachtsgeld muss vor Verfallsfrist geltend gemacht werden

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Weihnachtsgeld muss schriftlich geltend gemacht werden
Wenn ein Arbeitgeber mit der Auszahlung des im Arbeits- oder Tarifvertrag festgelegten Weihnachtsgelds zögert, so muss die Auszahlung innerhalb von drei Monaten angemahnt werden, da der Anspruch sonst erlischt. Diese bittere Erfahrung machte kürzlich ein Arbeitnehmer vor dem Landgericht in Hamm.

In den meisten Arbeits- und Tarifverträgen gibt es eine Verfallsfrist von drei Monaten. Wer diese Frist versäumt, hat Pech gehabt. Das gilt sogar, wenn der Chef es offensichtlich darauf anlegt und auch in den Vorjahren erst nach Aufforderung gezahlt hat. Dieses „Stillhalten“ ist für Juristen kein unredliches Verhalten. So entschied das Landesarbeitsgericht Hamm, dass der Arbeitnehmer jedes Jahr aufs Neue sein Weihnachtsgeld schriftlich geltend machen muss. Auf die Verfallsfristen muss der Arbeitgeber nicht extra hinweisen.

Landesarbeitsgericht Hamm, 22.03.2012 (Az. 15 Sa 1896/11)