Wenn der Ehemann zum Pleitegeier wird

Ehepartner Haftung Pleite Schulden
Unvermögende Ehefrau haftet nicht für Schulden des Ehemannes
Sie sind weiblich und verheiratet, haben keinen Cent in der Tasche und einen notorischen Pleitegeier als Ehemann, der einen Wahnsinns-Kredit nach dem anderen aufnimmt? Lehnen Sie sich zurück, das Landgericht Mainz ist auf Ihrer Seite. Es hat entschieden, dass eine Ehefrau, die selbst über keinerlei Vermögen verfügt, nicht als Mitschuldnerin für den Bausparkredit ihres Ehemannes haftet. Die Klage einer Bausparkasse, die von der inzwischen geschiedenen Ehefrau eines Bausparers Rückzahlung eines Teils eines Bauspardarlehns verlangt hatte, wurde kalt abgewiesen. Die Mitverpflichtung der Ehefrau sei sittenwidrig, so das LG. Die Frau habe bei der Darlehensaufnahme kein Einkommen gehabt und habe für ein einjähriges Kleinkind sorgen müssen.
Das Bauspardarlehen sei zudem allein dem Ehemann zu gute gekommen: Das damit finanzierte Haus gehöre ihm allein.

Tipp: Vermeiden Sie Streitigkeiten in der Ehe – oder wie in zwei Drittel aller Fälle nach der Scheidung – mit einem Ehevertrag. Er kann vor der Hochzeit, aber auch während der Ehe geschlossen, muss jedoch notariell beurkundet werden. Damit Sie auch wissen, was Sie da regeln, ist es extrem wichtig, dass Sie die 3 Güterstände kennen, die Sie in einem Ehevertrag individuell nach Bedarf regeln können.

Zugewinngemeinschaft: Ohne Ehevertrag leben die Ehepartner in dem Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Die Vermögen von Mann und Frau sind und bleiben getrennt, kein Ehepartner haftet für Schulden des anderen und gemeinsame Haftung besteht nur für gemeinsam aufgenommene Schulden. Jeder Ehepartner kann über sein Vermögen ohne Zustimmung des anderen verfügen, solange er nicht ohne Zustimmung des anderen Haushaltsgegenstände oder sein ganzes Vermögen veräußert. Im Falle der Scheidung wird durch einen Vergleich des Anfangs- und Endvermögens für jeden Ehepartner ermittelt, welcher den höheren Vermögensüberschuss während der Ehe erwirtschaftet hat. Die Hälfte dieses so genannten Zugewinns muss er seinem Ehepartner auszahlen (Zugewinnausgleich).

Gütertrennung: Diese wird durch einen notariellen Ehevertrag vereinbart. Hier gibt es keinen Vermögensausgleich zwischen den Eheleuten. Während der Ehe unterliegen die Ehegatten keiner Verfügungsbeschränkung. Sinnvoll kann eine Gütertrennung sein z.B. zum Schutz eines Unternehmens im Fall der Ehescheidung, aber auch bei Eheschließung begüterter Partner und bei erneuter Heirat. Die Gütertrennung hat jedoch weit reichende Folgen, vor allem im Erbrecht. Daher sollte man lieber statt der vertraglichen Festlegung der Gütertrennung eine sachgerechte Abänderung des gesetzlichen Güterstandes der Zugewinngemeinschaft vorgenommen werden, da sie den Interessen beider Ehepartner in vielen Fällen besser gerecht wird.

Gütergemeinschaft: Bei dieser Form des Güterstandes wird das gesamte Vermögen der Ehepartner (auch das bei der Hochzeit bereits vorhandene) gemeinschaftliches Eigentum. Über dieses Eigentum können dann die Ehegatten nur gemeinsam verfügen. Da bei Gütergemeinschaft die Ehepartner für alle ihre Verbindlichkeiten auch gemeinsam haften, ist es nur in speziellen Fällen ratsam, diesen Güterstand zu vereinbaren.